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Hauptstraße 32 | 3842 Thaya
Tel.: 02842/52663 | Fax: 02842/54354 | Mail: gemeinde@thaya.gv.at
Der Name Thaya leitet sich von keltisch „di-a“ = „kleines Gewässer“ ab. 1175 wurde der Ort erstmals urkundlich als „Tiahe“ erwähnt.
Der Markt Thaya entwickelte sich im Schnittpunkt wichtiger Verkehrsverbindungen, wobei vor allem die befestigte Brücke über den Thayafluss eine große Bedeutung hatte.
Handel und Handwerk , insbesondere die Weberei und der monarchieweite Schweinehandel, brachten den Bürgern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts großen Reichtum. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstanden prächtige Bürgerhäuser mit schönen Toren, die dem Marktplatz von Thaya ein fast städtisches Gepräge geben.
Besonders große Bedeutung erlangte die Gemeinde Thaya auch auf kulturellem Gebiet, was sich auch in großen Persönlichkeiten zeigt:
  • Univ.-Prof. Dr. Leopold Schönbauer (1888-1963, * in Thaya), ein berühmter Chirurg und Retter des Allgemeinen Krankenhauses in Wien in den letzten Kriegstagen 1945
  • Dr. Franciscus Zak (* 1917 in Nieder-Edlitz), Bischof der Diözese St. Pölten von 1961-1991;
  • Univ.-Prof. Dr. Ernst Hanisch (* 1940 in Thaya), Univ.-Prof. für Neuere Österreichische Geschichte an der Universität Salzburg. Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Werke, u.a. des Standardwerkes der österreichischen Geschichtsschreibung „Österreichische Geschichte 1890-1990: Der lange Schatten des Staates. Österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert“.


    Große Hügelgräber im Harthwald sind Zeugen einer frühgeschichtlichen Besiedlung. Im Zuge einer intensiven deutschen Kolonisation im 12. Jahrhundert vermischten sich germanische und slawische Bevölkerungsgruppen.
    Mit dieser für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wichtigen Expansionsaufgabe wurden die Burggrafen von Nürnberg betraut, die dem deutschen Hochadel angehörten. Als Grafen von Raabs waren sie Zeugen wichtiger Urkunden. Konrad von Raabs trat 1156 auf dem Reichstag in Regensburg als Zeuge des „Privilegium minus“ auf, durch das Österreich zum Herzogtum erhoben wurde. Als wichtige Figuren der überregionalen Reichspolitik begleiteten die Grafen von Raabs Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem zweiten, vierten, fünften und sechsten Italienzug.
    Die Grafen von Raabs weiteten ihren Herrschaftsbereich Richtung Litschau und über die heutige Grenze Richtung Neubistritz und Landstein aus. Nach dem Tod von Graf Konrad dem Älteren wurde die Herrschaft zwischen den beiden Töchtern Sophie und Agnes geteilt. Sophie war bereits mit Graf Friedrich von Zollern verheiratet und hatte das Burggrafenamt von Nürnberg in die Ehe eingebracht. Sophie von Raabs wurde mit ihrer Heirat zur Stammmutter der Markgrafen von Brandenburg, der Könige von Preußen und der deutschen Kaiser aus dem Geschlecht der Hohenzollern.
    Den westlichen Teil der Grafschaft mit Thaya, Heidenreichstein und Litschau erhielt Agnes von Raabs, die den Grafen Gebhard von Hirschberg geheiratet hatte.
    1254 verlieh König Přemysl Ottokar von Böhmen die Grafschaft Raabs sowie die Grafschaft Litschau-Heidenreichstein an den Grafen von Plain-Hardegg und 1260 an Wok von Rosenberg.
    1282 kam die Grafschaft Litschau-Heidenreichstein an die Hirschberger zurück, die sie den Kuenringern als Lehen gaben.
    Von 1348 bis 1636 waren die Puchheimer Herrschaftsinhaber. Sie hatten in weiten Teilen des nördlichen Waldviertels Besitzrechte und waren über Jahrhunderte das mächtigste Adelsgeschlecht im Waldviertel.
    Weitere Herrschaftsinhaber waren die Freiherren von Sprinzenstein (1636-1679), die Grafen Lamberg (1679-1737) und die Freiherren von Gudenus (1737-1848).

    Besonders wichtige Ereignisse für den Grenzbereich waren zB die Hussitenkriege, die nach der Niederlage des Hussitenheeres 1431 bei Thaya ein Ende fanden, und die Ungarneinfälle, die 1493 mit der Wiedereroberung von Thaya durch kaiserliche Truppen beendet wurden.
    Ein entscheidendes Ereignis für das Grenzgebiet im Norden brachte das Jahr 1526, in dem die Habsburger die Herrschaft über Böhmen übernahmen. Im Laufe von vier Jahrhunderten entstanden grenzüberschreitende wirtschaftliche und menschliche Beziehungen, die für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze viele Vorteile brachten.
    Der nationalistische Wahn des 19. und 20. Jahrhunderts zerstörte diese Gemeinsamkeiten und schädigte die Regionen an der Grenze nachhaltig. Ein gemeinsamer Weg im neuen Europa, getragen von gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit, könnte zu einem neuen Aufschwung des Grenzlandes führen.

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